Über das Projekt

das onlinelabor

logo_intransparent.pngSoziale Medien, wie YouTube, WhatsApp, Facebook, Instagram und Co. sind aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Längst sind sie zum Bestandteil alltäglicher Praktiken des Umgangs miteinander geworden. Deshalb untersucht das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt »Onlinelabor für Digitale Kulturelle Bildung« soziale Medien als einen kulturellen Bildungsraum, der neben veränderten Möglichkeiten der Interaktion und Teilhabe auch neue Formen des ästhetischen Selbstausdrucks, wie Selfies oder Memes, hervorbringt. Gemeinsam mit den Nutzer*innen sozialer Netzwerke werden die Rezeption, Reflexion und (Re-)Produktion ästhetischer Artikulationen im Rahmen digitaler Alltagspraktiken dokumentiert und analysiert. 

Das Projekt bietet Menschen unterschiedlichen Alters die Möglichkeit sich in explorativ-spielerischer wie auch kritischer Weise mit sozialen Medien auseinanderzusetzen. Bürger*innen werden dazu angeleitet, konkrete Erfahrungen zu dokumentieren und aktuelle Themen- und Fragestellungen zu identifizieren, um einen Beitrag zur Diskussion um den Stellenwert sozialer Medien leisten zu können. Die Untersuchung informeller Bildungsprozesse wie auch die Entwicklung und Erprobung partizipativer Forschungsmethoden bietet zudem die Möglichkeit, Annahmen zur Gestaltung formaler wie nicht-formaler Bildungsangebote kritisch zu reflektieren und neue im Bereich der ästhetischen und kulturellen Bildung zu erschließen. 

die kooperationspartner

Das an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel angesiedelte Projekt ist ein Kooperationsvorhaben der Abteilung für Medienpädagogik/Bildungsinformatik, dem Kunsthistorischen Institut sowie mehreren regionalen und überregionalen Partnern. Dazu zählen die Geschäftsstelle Allgemeine Bildungsangebote an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Offene Kanal Schleswig Holstein, der Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holstein e.V. und die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK).

die forschungswerkstatt

In einer moderierten Online-Werkstatt haben Nutzer*innen sozialer Medien die Möglichkeit, gemeinsam Postings, wie Tweets, Instagram-Storys und YouTube-Videos, zu erforschen. Im Vordergrund steht dabei der Erfahrungsaustausch anhand thematischer Impulse, um die vielfältigen Möglichkeiten im Umgang mit sozialen Medien sichtbar zu machen. Dabei wird thematisiert, welche ästhetischen Praktiken und Nutzungsformen in sozialen Medien zu finden sind, mit welchen Bedürfnissen und Erwartungen soziale Medien genutzt werden und welchen Einfluss die entsprechenden digitalen Technologien ausüben. Die Auseinandersetzung nimmt dabei Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Debatten zum Prozess der Digitalisierung wie auch der Bedeutung sozialer Medien. Die Nutzer*innen werden aktiv in den Forschungsprozess eingebunden und haben die Möglichkeit sich vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Erfahrungen mit Themen  wie der Bedeutung von Likes, Ausdruck von Emotionen, Einfluss von Algorithmen oder Sprache in sozialen Medien auseinanderzusetzen.

die impulse

Die Impulse, in Form explorativer Aufgabenstellungen, orientieren sich an Fragen nach den individuellen, kulturellen und technischen Facetten der Nutzung sozialer Medien. Zum Beispiel: Welche ästhetischen Strategien nutzen wir zur Idealisierung unseres Lebens in digitalen Medien? An welcher Stelle versuchen wir digitale Technologien kreativ auszutricksen? Was bedeutet es überhaupt, “influenced” zu werden? Dabei sollen sowohl die eigene Sichtweise eingebracht, als auch neue Perspektiven zu Social-Media-Beiträgen, als Teil einer vielfältigen, digitalen Kultur, geschaffen werden. 

das archiv

Die von den Nutzer*innen generierten Beiträge werden anonymisiert und anschließend in einem Archiv der Öffentlichkeit wie auch anderen Forscher*innen zugänglich gemacht. In der Zusammenschau der Beiträge werden die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten sozialer Medien sichtbar.

die methodische herangehensweise

Neben der Dokumentation und Analyse ästhetischer Alltagspraktiken in sozialen Medien zielt das Projekt insbesondere auf die (Weiter-)Entwicklung partizipativer Forschungsmethoden ab. Denn die gemeinsame Betrachtung individueller, kultureller und medialer Einflüsse auf Social-Media-Postings erfordert kontextsensitive Methoden, die das Handeln und Erleben der Nutzenden selbst in den Vordergrund rücken. Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram, YouTube und Co. eröffnen neue Möglichkeiten sich ästhetisch auszudrücken und digitale Kultur mitzugestalten. Um dieses Potential nutzbar zu machen, trägt das Onlinelabor dazu bei, die Nutzer*innen als Expert*innen und Lernende gleichermaßen zu adressieren. Durch diesen partizipativen Ansatz können Einblicke in informelle Bildungsprozesse erlangt werden, wie sie im Kontext sozialer Medien stattfinden. Den Nutzer*innen sozialer Medien wird es ermöglicht, ihre Praktiken und Artikulationen selbstreflexiv zu erforschen und zu hinterfragen. Das Projekt zielt auf eine integrative Analyse individueller Bildungsprozesse in Relation zu den jeweiligen kulturellen Kodierungen, den technisch-medialen Strukturen und den sich daraus ergebenden ästhetischen Mustern. Durch die aktive Einbindung der Nutzer*innen sozialer Medien in den Forschungsprozess und die mehrperspektivische Analyse der medial und kulturell vermittelten Bildungsprozesse leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Methodendiskussion und zu praxistheoretischen Konzepten und Zugängen.

das verständnis von kultureller bildung

Das Forschungsprojekt geht von der Annahme aus, dass Kultur über die etablierten Kulturinstitutionen hinausgeht und auch digitale Alltagspraktiken wesentlicher Bestandteil von Kultur sind. Kulturelle Bildung vollzieht sich gerade in (digitalen) Medienwelten größtenteils informell und im alltäglichen Umgang mit den Medienprodukten und -technologien jenseits formaler Bildungsangebote. Kulturelle Bildung wird im Rahmen des Projekts als eine individuelle Positionierung gegenüber etablierten Ausdrucksformen verstanden. Dabei erzeugt jede Artikulation wiederum gemeinschaftliche Ausdrucksformen. Ein Verständnis der sich entwickelnden digitalen Kulturen und der sie begleitenden Prozesse der ästhetischen Selbstbildung und -artikulation erfordert daher einen Perspektivwechsel, der die beteiligten Akteure sowohl als Lernende wie auch als Expert*innen ihrer eigenen medialen Praktiken adressiert.

Projektinformationen

Tutorials & Hilfe

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Aktuelles

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Team & Projekt

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Kontakt

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Arbeitsmaterialien

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